Nachrichten zum Thema Reden
11.12.2015 in Reden
Grußwort zum Empfang anlässlich des 75. Todestages von Rolf Maaß (1893 – 1940)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ahrens,
lieber Stephan Hennig,
lieber Ilko Keßler,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste,
Am 28. Januar 1934, also ein Jahr nach der Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes – und der damit vollzogenen Zerschlagung der ersten deutschen Demokratie durch Hitler, veröffentlichte der Exilvorstand der SPD das „Prager Manifest“.
Im ersten Satz des Prager Manifests heißt es:
„Im Kampf gegen die nationalsozialistische Diktatur gibt es keinen Kompromiss. Die nationalsozialistische Diktatur hat Deutschland in Barbarei und Bestialität gestoßen, das deutsche Volk mit tiefer Schmach bedeckt. Aber die Hitler Herrschaft ist nicht nur die Schande und Gefahr für Deutschland, sie bedeutet die Gewaltdrohung gegen die Freiheit und
Zivilisation anderer Völker.“
Die Aufgabe der Sozialdemokratie war von Anfang an der aktive Widerstand gegen den Hitler-Faschismus, gegen Verfolgung und Krieg. Diesem Widerstand hat sich die deutsche Sozialdemokratie verschrieben – vielen wäre dabei zu gedenken, exemplarisch wollen wir dies heute für Rolf Maaß tun.
Wir ehren einen Mann, der als Jurist, ADGB-Sekretär und Vorsitzender der Sozialdemokraten immer für Demokratie und ein friedliches Zusammenleben eingetreten ist. Rolf Maaß, der in der Region Bautzen entschiedenen Widerstand gegen den Faschismus geleistet hat. Durch seinen aktiven Widerstand wurde ihm sein alltägliches Leben immer schwerer gemacht, er wurde verfolgt und inhaftiert. Mit Ehefrau und Tochter gelang ihm schlussendlich die Flucht – erst in die Tschechoslowakei, später ab 1938 nach Großbritannien.
Er befand sich bis zu seinem Tod im Jahre 1940 im aktiven Widerstand und verhalf zahlreichen Menschen zur Flucht ins sichere Großbritannien.
Die heutige Enthüllung der Ehrentafel für Rolf Maaß, soll auch an die erinnern, die wie er als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten verfolgt wurden, Opfer brachten und teilweise ihre politische Haltung mit dem Leben bezahlten.
Für uns Sozialdemokraten ist es ein Gebot der Menschlichkeit und Solidarität, diese Widerstandskämpfer und Ihr Taten nicht zu vergessen.
Ihre Erfahrungen zeigen uns, wie mühselig der Weg zu einer rechtsstaatlichen sozialen Demokratie in Deutschland und Europa war.
Wir alle müssen das Handeln und die Leiden dieser Menschen in unserem Gedächtnis behalten, deshalb ist diese Veranstaltung heute so wichtig.
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